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| Anekdoten
– Geschichten und Erinnerungen aus Wersten |
| Als
das Spielen wegen "böser Männer" eingeschränkt wurde
(von Uwe Protzmann, Remscheid) |
 Als
der Triebtäter Jürgen Bartsch 1966 nach 4 Kindermorden gefasst
wurde, brach für uns Kinder in Wersten eine "harte Zeit" an. Gerade
die Mütter, die sich bisher so gut wie keine Gedanken darüber
gemacht hatten, dass sich bei unseren Spielen in den Feldern und Wäldern
Hase und Fuchs gute Nacht sagten und alles im Grunde genommen ziemlich
einsam war, reagierten auf einmal extrem besorgt und teilweise sogar panisch.
Plötzlich war
der Mendelweg voller spielender Kinder. Wir durften uns nicht mehr weit
vom Haus entfernen und mussten in Sichtweite von den Müttern bleiben.
Und plötzlich wurden wir auch über "böse Männer" informiert,
die Kindern etwas antun könnten, und darüber, dass die Felder
und Wälder rund um Wersten sehr einsam sind und kaum Hilfe zu erwarten
sei, wenn da "böse Männer" auftauchen würden.
Und so
durften wir lange Zeit nur vor dem Haus auf der Straße oder hinter
dem Haus am Brückerbach spielen, aber immer so, dass uns die Eltern
stets sehen konnten. Das kleine Wäldchen auf der anderen Seite des
Brückerbachs und die vielen Felder waren auf einmal für uns tabu.
Alleine an den Rhein oder nach Itter durften wir schon gar nicht mehr!
Es dauerte etliche Monate, bis sich die Gemüter wieder so weit beruhigt
hatten, dass wir Kinder uns wieder etwas weiter vom Haus entfernen durften.
Aber dafür mussten wir uns in regelmäßigen Abständen
immer wieder melden.
(Foto: Copyright Wolfgang
Krause) |
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