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| Anekdoten
– Geschichten und Erinnerungen aus Wersten |
| Unser
Freibad (von Uwe Protzmann, Remscheid) |
 Unser
Freibad in Wersten: Die beiden Baggerlöcher in den 60ern.
Wenn man
vom Mendelweg aus auf dem kleinen Brückchen vom "kleinen" Damm auf
den "großen" Damm wechselte und bis zur Kurve ging, wo die beiden
Dämme Richtung Kölner Landstraße abknickten, konnte man
in der Kurve auf einem Fußweg durch eine Schrebergartensiedlung zum
Stoffeler Kappellchen gehen, wo die Bahnlinie "4" ihren Wendekreis hatte.
Kurz vor
Ende des Fußweges war das "kleine" Baggerloch, an dem immer noch
gearbeitet wurde. Dort gab es auch eine kleine Lorenbahn auf Schienen,
die unter der Werstener Straße auf die andere Seite der Schnellstraße
führte – und dort war dann das "große" Baggerloch. Natürlich
konnte man das große Baggerloch auch bequem mit dem Fahrrad von der
Werstener Straße aus erreichen, aber der Weg durch den Tunnel war
für uns Kinder immer spannender!
Das große
Baggerloch war immer so etwas wie ein Freibad für uns und im Sommer
stets gut besucht. Es bot alles, was man sich wünschte. Einen "Sandstrand",
große Flecken mit Wiese und kühles, kristallklares Wasser. Und
es war umsonst!
An diesem
Baggerloch "verdiente" ich mir meine ersten 10 Mark von meinem Vater. Nach
erfolgreichem Frei-, Fahrten- und Jugendschwimmerzeugnis versprach mir
mein Vater 10 Mark, wenn ich mit ihm das Baggerloch auf der schmalen Seite
bis zum gegenüber liegenden Ufer durchschwimme. Meine Mutter stand
am Ufer und hatte eine Heidenangst, aber ich schaffte es unproblematisch.
Es war so toll, dass wir nicht, wie zuerst beabsichtigt, den Rückweg
um das Baggerloch herum antraten, sondern sogar die Strecke wieder zurückschwammen!
Und mein
Vater platzte förmlich vor Stolz – es ist eine schöne Kindheitserinnerung
an Wersten!
(Foto: Copyright Wolfgang
Krause) |
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