|
| Anekdoten
– Geschichten und Erinnerungen aus Wersten |
| Das
Kino am Werstener Kreuz (von Uwe Protzmann, Remscheid) |
 Sonntags
vormittags war es in den 60ern und 70ern immer Pflicht: Das Kino "Filmhof"
Am Werstener Kreuz. Etwas heruntergekommen und vergammelt, der Eingang
ein langer, schmaler Schlauch und dann ein kleines Kassenhäuschen,
wo die Kassiererin auf einem normalen Küchentablett auch Süßigkeiten
zum Verkauf anbot. Es gab nur zwei Preiskategorien: "Rang" für 1 DM
und "Loge" für 2 DM. Die Loge bestand nur aus ein paar Reihen, die
erhöht waren und vom übrigen Kinoraum durch eine Holzumrandung
abgegrenzt waren. Man betrat sie durch eine simple, dunkle Holztür.
In der Pause vor dem Hauptfilm ging eine alte Frau durch die Reihen, bei
der man Eis kaufen konnte. Es gab nur zwei Sorten: "Happen" für 50
Pfennig und "Konfekt" für 1 Mark.
Der Filmhof
war bei uns immer so beliebt, weil da im Sonntagsprogramm nicht nur "Babyfilme"
gezeigt wurden, sondern auch richtige "Fetzer" wie "Godzilla", "Raumschiff
Venus antwortet nicht", "Todesstrahlen aus dem Weltraum" und ähnliches.
Das war schon wie Kino für die Großen!
Angst hatten
wir "normalen" Kinder allerdings immer vor den "Schlägern von der
Harffstraße". Das war eine Gruppe von ca. zehn Kindern, die sich
gerne mal prügelte und auch mal anderen Kindern das Kinogeld wegnahmen.
Aus dem Grund kam ich auch meistens erst um 10.55 Uhr am Kino an, weil
da alle "Schläger" schon in den ersten Reihen auf ihren Plätzen
saßen und man keine Angst mehr vor ihnen haben musste.
Es muss
nicht extra betont werden, dass dieses Kino noch den typischen Charme der
frühen 50er hatte: weinrote, abgewetzte Polsterstühle, Blümchentapeten
und Kelchlampen, die langsam verloschen, wenn der Vorfilm begann.
(Foto: Quelle Heimatverein
Werstener Jonges) |
 zurück |
|
 |