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| Anekdoten
– Geschichten und Erinnerungen aus Wersten |
| Teurer
Kuchenmatsch auf der Kölner Landstraße (von Uwe Protzmann,
Remscheid) |
 In
den 60ern gab es auf der Ecke Wiesdorfer Straße/Kölner Landstraße
eine "edle" Konditorei, wo man sonntags den "besseren" Kuchen, sprich:
teure Tortenstücke kaufen konnte. Ich musste für den Verwandtenbesuch
Kuchen kaufen gehen und radelte los. Natürlich war mir aufgetragen
worden, nicht zu "trödeln". Die Konditorei sah irgendwie richtig nobel
aus – mit gerafften Gardinen und Stores in den Schaufenstern.
Nachdem ich
den teuren Kuchen gekauft hatte (ein großes Tablett voll), zog es
mich aber unwiderstehlich auf die andere Straßenseite der Kölner
Landstraße. An der Einmündung der Liebfrauenstraße, also
direkt schräg gegenüber, war nämlich seinerzeit ein großes
Spielwarengeschäft mit zwei großen Schaufenstern und einer tollen
Auslage voller Spielzeug.
Nachlässig stellte
ich das Kuchentablett einfach auf den Gepäckständer und schob
das Fahrrad über die Straße. Dabei passierte es dann: Das Tablett
rutschte ab und fiel vom Ständer auf die Straße – und es kamen
Autos! Hilflos musste ich mit ansehen, wie ein PKW mit den Rädern
ungefähr ein Drittel des Tabletts überfuhr, ehe ich den Kuchen
"bergen" konnte und nach Hause radelte. Die Lust auf die Schaufenster war
mir gründlich vergangen und heulend gestand ich meiner Mutter, was
passiert war. Aber sie war gar nicht so böse, nur drei oder vier Tortenstücke
waren schlichtweg Matsch.
(Foto: Copyright Wolfgang
Krause) |
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