  Mit
an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist sie die älteste aller
Werstener Straßen und Wege, als ein Teilstück der rechtsrheinischen
Straßen entlang des Rheines. Hier gab es seit der Eiszeit einen Sandrücken,
der ein wenig herausragte aus der Rheinaue, die bis zur Regulierung des
Rheines Mitte des 19. Jahrhunderts bis nach Unterbach und zu den Gerresheimer
Höhen reichte.
 Die Wiesdorfer
Straße hieß früher auch „Am Sandberg“ und vor der
evangelischen Stephanuskirche ist auch der höchste Punkt in Wersten.
Wer also von Osten kam und den Rhein nicht queren konnte, zog hier lang.
Schon vor der Römerzeit hatte hier ein Fahr- und Reitweg bestanden.
Dennoch gab es entlang dieser Straße, die im Laufe der Jahrhunderte
ab und an ihren Namen wechselte - der vorletzte war Provinzialstraße
(da wird sich aber die Provinzialversicherung ärgern, dass dieser
Name nicht bestehen blieb) – noch bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhunderts
nur eine sehr lockere Bebauung. Dort gab es einige Bauernhöfe, die
zumeist - von Norden (Oberbilk) gesehen - vor dem heutigen Werstener Kreuz
lagen und den Flecken „Windfoch“ bildeten.
Um die
Jahrhundertwende vom 19. ins 20. setzte dann eine vergleichsweise rege,
jedoch völlig ungeordnete Bebauung ein. Mancher Bau ist längst
wieder abgerissen, so im Bereich zwischen der Haltestelle „Werstener Dorfstraße“
der Linie 701 und dem Rheindorfer Weg bis hin zur Wiesdorfer Straße.
Wer sich die Häuser an der Kölner Landstraße ansieht, kann
das ziemlich gut erkennen. Die Bebauung aus jener Zeit endet an der Ickerswarder
Straße, gegenüber dem Bunker; ein Bereich der von alten Werstenern
auch „Tenhüser“ (Zehn Häuser) genannt wird.
|